Handgewebte Saris - eine bebilderte Geschichte am Beispiel der IKAT-Saris
Sehr viele der bei Maharanis angebotenen Saris sind handgewebt. Um Ihnen eine Vorstellung von dieser hohen Kunst und dem
Leben und den Bedingungen der Weber zu geben, hat uns unser Lieferant, selbst Sohn eines Webers dieser Gemeinde im indischen
Staat Andhra Pradesh, diese Bilder zur Verfügung gestellt.
Zu den Fotos der Sariproduktion
Die Weber - eine eigene Kaste- arbeiten auch heute noch von zu Hause. Während der verschiedenen Webvorgänge sind unterschiedliche
Familienmitglieder beteiligt. Zum Beispiel wickelt die Großmutter die Garnspulen auf, die Frau des Hauses bindet das Garn
für den Färbeprozess und der Mann des Hause, der Weber, sitzt am Webstuhl. Eine andere Aufgabenteilung ist durchaus denkbar.
Die hier verwendeten Webstühle liegen meist über einer Vertiefung im Boden, wo der Weber oder die Weberin ihre Füße lagern.
Das ganze Leben der Weberfamilien ist um das Weben herum angelegt. Ein einziger Sari kann mehrere Monate Zeit in Anspruch
nehmen. Selbst für einfachere Baumwollsaris braucht eine solche Weberfamilie mehrere Wochen.
Der Verkauf ihrer Waren zu fairen Konditionen ermöglicht der ganzen Weberfamilie eine Existenz. Das Internet macht es möglich,
dass man heute in Deutschland etwas erwerben kann was eine kleine Weberfamilie in Indien zu Hause gefertigt hat.
Bei der Ikat-Weberei werden die Kettfäden und manchmal auch die Kett- und Schussfäden (siehe
weben bei Wikipedia) durch Abbindetechnik vor dem Webprozess eingefärbt. Bei einem farbintensiven Muster folgen
mehrere Abbinde- und Färbedurchgänge aufeinander. Die abgebundenen Partien haben nach dem Färben und der Entfernung der
Abbindung keine Farbe angenommen.
Die meist sehr aufwendigen Muster werden auf Millimeterpapier vorgezeichnet. Dieses dient dann als Anleitung für die Familienmitgleider,
die das Abbinden übernehmen.
Beim
Aufziehen der, fertig gefärbten, Kettfäden auf den Handwebstuhl muss mit größter Vorsicht gearbeitet werden. Es dürfen keine
Fäden vertauscht werden - sonst funktioniert das Muster nicht mehr.
Die natürlichen, kleinen Bewegungen des gesamten Materials auf dem Webstuhl führt zu den, für IKAT-Muster, typischen "weichen"
Kanten. Die geometrischen Muster sind nicht hart abgegrenzt, wie bei Drucktechniken, sondern verlaufen zu den Rändern hin
leicht.
Bei vielen der hochwertigen IKAT-Seidensaris, die bei Maharanis angeboten werden, wird zusätzlich zum IKAT-Muster noch ein
Brokatmuster mit Goldfäden eingewebt. Hierbei werden Schussfäden aus Goldmetallgarn verwandt.